Was bedeutet eigentlich "QUITT"?

 

A n k u m e r  Q u i t t
von Alfred Eymann

 

Siet ollen Tien hört ji all
Van't Quitt in Ankum seggen,
Un doch weit manchereiner nich,
Dat Wort sück uttauleggen.-

Nu paßt es up un lustert ju
Taun Spaoß düt Stücksken an,
Wo licht ick ju dat Wörtken Quitt
Dordör verkloren kann.

Vördüssen wohnde in'n Dörp
De Wertsmann Budken Fritze.
Dat was 'n rechten lustgen Keerl,
Dei mök gern Spaoß un Witze.

Hei hadd'n langen fossen Bort,
'n Kopp mit fossen Horen.
Man konnt üm würklich wal anseihn:
Hei hadd'et achter d' Ohren.- -

Nu is d'r es vör lange Tied
'n frömden Heeren komen,
Dei is bie Budke inneggaohn
un heff 'n Lütken nohmen.

Un Budke, es 'n gauen Wert,
Dei sett't sich tau den Heeren
Un fänk mit sienen nieen Gast
Recht munter an tau kören.

De Heere dregg de Nesen hoch
Un will sick wichtig maoken,
Hei praotet mit den Budken Fritz
Man blot van Klauke Saoken.

Antleßte komt de beiden ok
So up dat Quitt tau praoten.
Un dor will sich de klauke Heer
Dat Wort gern düen laoten.

"Ich pflege gern", segg hei tau Fritze,
"Wenn ich so komme zu den Leuten,
Als Forscher mich zu unterrichten,
Was so ein Ausdruck will bedeuten.

Drum sag er mir, Budke,
Was meint man damit,
Wenn man hier so redet
 Vom "Ankumer Quitt"?" -

De Fritze sitt un denket naoh
Un heff'n Schelm in sienen Nacken.
Hei owerlegg: Wo kanns du wahl
Den klauken Kerl son beten packen? -

Hei mök tau'n Heern 'n krus Gesicht
Un wieset up de ännern Gäste,
Un stillken segg hei: "Leiwe Herr,
Mi dünkt, et is doch wahl dat beste,

Dat wi de Körerie van't Quitt
Hier in de Gaststow bliewen laotet,
Un hier nu blot man son'nen Kraom,
Den jeder hören dröff, beproatet.

'n änner Maol so unner us
Will ick er dat utleggen,
Doch hier so an den Wertskuppdisk
Kann ick er dat nich seggen."

De Heere wett erst ganz verdutzt
Un kick sück Fritze an.
Dei möck dat ernsteste Gesicht,
Wat hei man maoken kann. -

Nu kann de Heere sick erst recht
Vör Niglichkeit nich bärgen
Un merket nich, dat üm de Wert
Man blot will etwas tärgen.

Doch Fritze lött van sienen Gast
Sick lange nich bekören.
"Ick will mi wohren !", segg hei, "Herr,
Dei ännern konnen't hören."

Doch giff de Heere ok nich naoh,
Will't abselut man weeten.
Segg:"Budke, lassen Sie uns doch
In's Nebenzimmer treten."

"Gaut", segg dann Budke ok antleßt,
"Dor kann dat wahl paseeren."
Un staht ok up, üm sienen Gast
Man glieks dorhen tau föhren.

"nu lustert up!" segg Budken Fritz,
"Hier will ick't Er verkloren,
Doch dat et jo kien Menske hört,
Segg ick't Er in de Ohren."

De Heere draht den Kopp naoh Fritz,
Spert open Mund un Ogen,
Un Fritze heff den gauen Mann
Ganz dicht naoh sich hentogen.

Un es hei dann mit sienen Mund
An't Ohr is 'rannerücket:
Happs! bitt hei tau un heff den Heern
Mit sien Gebitt beglücket. - -

De Heere sprink 'n Meter hoch,
Es wör hei unwies woren,
Un gripp mit bade Hände sück
An siene baden Ohren;

Jollt: "O mein Ohr, mein Ohr!
Herr Budke, sind Sie geck?"
Un danzet in de Stowen rüm
Vör Piene un vör Schreck.

Hei mennt, dat halwe Ohr
Dat is üm affebeten,
Un Fritze will üm noch
Mit heiler Hut upfreten. - -

Un Fritze staht dorbie
Un lachet, wat hei kann,
Segg:"Wat is Er passert?
Man ruhig, leiwe Mann!

Sei sind'r je so up verseten,
Van't Ankumer Quitt wat mehr tau weten
Düt was je bloß "Ankumer Quitt" !
Nu weet't Se ok, wat dat bedütt!

Alfred Eymann
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"Quitt" bezeichnet die Eigenart der Bewohner Ankums, welche sich
bei Frohsinn und Scherz öfter besonders bemerkbar macht (...)

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